Befragung 2014/2015

Formelle Normen bedeutender als Konsortialnormen

 

Themenschwerpunkt: Handel mit China

(2015-04-30) Deutsche Unternehmen, die in der Normung aktiv sind, befürworten im Handel mit China eine vollständige Harmonisierung des Normenwerks mittels einer Übernahme Internationaler Normen.  Das ist eines der Ergebnisse der dritten Welle des Deutschen Normungspanels,  das vom  Fachgebiet Innovationsökonomie der TU Berlin durchgeführt wird. Die Ergebnisse der Befragung wurden am 28. April 2015 im Rahmen einer Veranstaltung bei DIN vorgestellt.

 

Befragte befürworten Übernahme Internationaler Normen

Die Auswertung der Spezialfrage zu China zeigt deutlich, dass chinesische Regulierungen bezüglich des Exports von geistigem Eigentum und der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums das größte Hindernis sowohl für den Handel mit als auch für Direktinvestitionen in China darstellen. Chinesische Normen werden insbesondere im Bereich der Konsumgüter als wichtige Exporthürde gesehen. In Handelsbeziehungen mit China zählen auch der anfallende administrative Aufwand und Zölle zu den Exporthürden. Die letztjährige Umfrage mit dem Schwerpunktthema TTIP hatte ergeben, dass bezüglich der USA Normen und Regulierungen als wesentlich problematischer eingeschätzt werden. Lediglich spezifische Zertifizierungen werden als gleichermaßen stark beeinträchtigend im Handel mit China und den USA empfunden. Deshalb befürworten die Teilnehmer des Deutschen Normungspanels eine vollständige Harmonisierung mittels einer Übernahme Internationaler Normen. Die gegenseitige Anerkennung von Normen sowie Zertifikaten, Prüfungen und Inspektionen wird nur von innovativeren Firmen des verarbeitenden Gewerbes und von Unternehmen, die bereits nach China exportieren, als gute Lösung angesehen.  Die befragten Unternehmen verbinden mit einem potenziellen Abkommen mit China Risiken wie die Abschwächung bestehender Qualitäts- und Sicherheitsstandards und Preisdruck durch erhöhten Wettbewerb. Dies steht in Kontrast zu den Ergebnissen der letztjährigen Umfrage zu TTIP. Hier werden vor allem zuerst die Chancen einer Integration mit dem amerikanischen Markt gesehen.

 

Mittelstand engagiert sich mehr in der internationalen Normung

Die Ergebnisse der dritten Welle des Deutschen Normungspanels basieren auf den Antworten von über 1.000 in der Normung aktiven Unternehmen. Erstmalig wird die Verknüpfung der zweiten und dritten Welle zu einem Panel möglich. Mithilfe dieses Datensatzes, der über 500 Unternehmen enthält, werden erste Einblicke in Veränderungen im Normungsverhalten und der Anwendung von Normen und Standards über die Zeit möglich. Es zeigt sich: Vor allem die größeren Firmen sind verstärkt auf internationaler Ebene in Standardisierungsgremien vertreten. Aber auch der Anteil von Kleinst- und Kleinunternehmen in internationalen Norm-Projekten stieg leicht von 50 % im Jahr 2013 auf 55 % in 2014 an.

 

Formelle Normen bedeutender als Konsortialnormen

Formelle Normen sind auf allen regionalen Ebenen über Branchen und Größenklassen hinweg am wichtigsten und werden unabhängig von der Innovationsaktivität für sehr bedeutend gehalten. Sie werden bedeutender eingeschätzt als Normen, die in Konsortien entwickelt wurden. Formellen Normen rechnen die befragten Unternehmen eine hohe Bedeutung für die Erreichung externer Unternehmensziele wie Rechtssicherheit und Erfüllung von Marktzutrittsbedingungen zu. Interne Werknormen sind für innovative Firmen vor allem für Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen von hoher Relevanz. Dies ist auch die einzige Normenart, deren Bedeutung im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.

Ansprechpartner

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